24.03.21 - 8:57 Uhr

Landkreis Tirschenreuth rollt Ärzten roten Teppich aus

Mit guten Worten ist das wachsende Hausarztproblem kaum zu lösen. Jetzt nimmt der Landkreis Geld in die Hand, um eine Unterversorgung abzuwenden. Das neue Konzept ist auf drei Jahre angelegt und soll schon im Juli starten.
24
Mär

In vielen medizinischen Bereichen ist der Landkreis Tirschenreuth nicht gerade üppig besetzt. Vor allem bei den Hausärzten, in der Kindermedizin und Gynäkologie, aber auch in der ambulanten Heimversorgung drohen größere Lücken. Mit allen Mitteln soll ein innovatives Konzept gegensteuern, das der Kreisausschuss jetzt einstimmig auf den Weg brachte.

Kernstück ist die personelle Besetzung einer Koordinierungsstelle, die ab dem Sommer drei Jahre lang loslegen soll.

„Wir rollen den roten Teppich für Ärzte aus – vom Studium bis zur Niederlassung“, umschrieb Dr. Peter Deinlein das Ziel. Der Verbindungsarzt der Kassenärztlichen Vereinigung hat das Konzept mit Regionalmanager Florian Rüth ausgearbeitet und präsentierte es dem Kreisausschuss. Wichtige Bestandteile sind ein Nachwuchsnetzwerk und die Förderung von Lehrpraxen auf dem Land als Hausarztschmieden: „Praktikumsplätze zu finden ist für angehende Ärzte nicht immer einfach“, schilderte Deinlein. Die klinische Weiterbildung soll durch die Förderung von zwei Rotationsstellen für künftige Allgemeinmediziner ausgebaut werden. Bedingung ist, dass der Teil Innere Medizin in den Häusern Tirschenreuth oder Kemnath absolviert und zusätzlich 24 Monate in einer Hausarztpraxis im Landkreis absolviert werden.

Das Konzept werde mit dem LGL abgestimmt und demnächst eingereicht, sagte Florian Rüth: „Am 1. Juli 2021 wollen wir starten.“ Das Projekt trage durchaus regionalspezifischen Bedürfnissen Rechnung. So spiele die Sprachproblematik vieler Zuwanderer und Migranten eine Rolle. Beim Abbau der Sprachbarrieren zwischen Ärzten und Patienten sei auch der Integrationslotse des Landkreises gefordert.

„Die Stelle des Kümmerers ist essenziell“, nannte Rüth den Kern des Konzepts. Eine Beschäftigung sei direkt beim Landkreis oder über einen Werksvertrag denkbar.

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